«Leben und Wohnen in Wien» nimmt Sie mit auf eine Zeitreise durch 150 Jahre Wiener Alltags- und Wohngeschichte, vom späten 19. Jahrhundert bis heute. Die Ausstellung macht sichtbar, wie Bauweisen, Haushaltsgrößen, Infrastruktur und Kosten zusammenhängen und dass Wohnen immer auch eine gesellschaftliche Frage ist. Am Ende sind Sie gefragt: Welche Räume brauchen wir morgen? Und was macht Wien auch in Zukunft lebenswert?
Zwischen 1870 und 1910 wächst Wien von rund 900.000 auf über zwei Millionen Menschen. Enge, Mietskasernen und fehlende Infrastruktur prägen den Alltag vieler: Wasser am Gang, geteilte Betten, kaum private Rückzugsräume. Gleichzeitig zählt im Bürgertum Repräsentation oft mehr als Komfort. In der Zwischenkriegszeit bringt der kommunale Wohnbau große Verbesserungen: neue Grundrisse, Typenmöbel und Beratungsstellen helfen, das Zusammenleben besser zu organisieren.
Nach 1945 verändern wirtschaftlicher Aufschwung, industrielle Fertigung und technologische Innovationen den Wohnalltag, vom ersten Fernseher bis zur Hausbar. Seit den 1970ern prägt der globale Möbelmarkt unsere Wohnungen: Flachpack-Möbel sind schnell verfügbar, aber oft weniger langlebig. Heute stehen neue Fragen im Vordergrund: Ressourcenverbrauch, Klimaanpassung, leistbares Wohnen und sozial gerechter Zugang.